Neue Verkehrsverbindung für die Wirtschaft in Südwestfalen zum Bosporus
Bereits am 16. März 2025 wurde der erste Eingangszug der neuen Verkehrsverbindung „Kreuztal – Wolfurt – Halkali“ für die österreichische Spedition Berger Logistik GmbH aus Wörgl, nachfolgend „Berger“, abgewickelt. Mit 18 Containertragwagen werden je Zug und Richtung 36 palettenbreite 45´-Box-Ladeeinheiten transportiert. Befördert werden vorrangig Kleidung und Textilien, Automobilteile und Stahlerzeugnissen.
Die Zugverbindung besteht bereits seit drei Jahren, wurde bislang über ein Container-Terminal im Ruhrgebiet abgewickelt und wird in wöchentlicher Frequenz verkehren. Für die Umstellung auf Kreuztal sprach neben der Flexibilität der Südwestfalen Container-Terminal GmbH (SWCT) ein Ladungspotenzial aus dem regionalen Einzugsgebiet des Terminals nach Österreich, das seit Anfang September dieses Jahres über diese Verkehrsverbindung abgewickelt wird.
„Wir sind sehr glücklich Berger Logistik für unser Südwestfalen Container-Terminal gewonnen zu haben und damit der stärksten Industrieregion Nordrhein-Westfalens erstmals seit April 2020 wieder eine grenzüberschreitende Zugverbindung bieten zu können. Dass man nun von Kreuztal aus Güter im Kombinierten Verkehr nicht nur nach Österreich, sondern sogar bis in die Türkei versenden kann, steigert die Vermarktungsmöglichkeiten ungemein. Zugleich haben wir mit Berger Logistik einen Partner an unserer Seite, der ebenfalls an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert ist“, so Christian Betchen, Geschäftsführer KSW und SWCT.
Der komplexe Laufweg von der Türkei via Bulgarien, Serbien, Ungarn, Österreich nach Deutschland wird durchgehend vom Wiener Unternehmen GBT-Rail durchgeführt. Die lokale Nahbereichsbedienung zwischen dem Güterbahnhof Kreuztal und dem SWCT übernimmt die KSW.
Für Berger Logistik steht die langfristige Partnerschaft im Mittelpunkt. „Die Zusammenarbeit eröffnet uns nicht nur logistische Vorteile, sondern bringt vor allem unseren Kunden einen echten Mehrwert. Gemeinsam mit dem Südwestfalen Container-Terminal und einem starken Partner wie Knauf Interfer zeigen wir, dass innovative Schienenlogistik wirtschaftliche Effizienz und Nachhaltigkeit erfolgreich verbindet. Damit leisten wir nicht nur einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden, sondern auch zur deutlichen Reduktion von CO₂-Emissionen und wir sind überzeugt, dass dies erst der Beginn einer langfristigen und erfolgreichen Zusammenarbeit ist,“ so Michael Messner von Berger Logistik.
Mit der Knauf Interfer Stahl Service Center GmbH aus Mudersbach/Sieg gibt es auch bereits einen ersten Nutzer der Verkehrsverbindung aus der Region. Rund zwei Drittel der ausgehenden Züge von Kreuztal nach Wolfurt werden mit Versandmengen für einen Kunden aus Österreich befrachtet. Sowohl der Warenempfänger als auch Knauf Interfer selbst profitieren von deutlich reduzierten CO2-Emissionen, einer langfristigen Sicherung von Transportkapazitäten bei verbesserter Planbarkeit und hoher Wirtschaftlichkeit. Nicht zuletzt deshalb hat Knauf Interfer gezielt in das erforderliche Verlade-Equipment investiert, um die 45´ palettenbreiten Container beladen zu können. „Wir sind sehr froh, dass wir gemeinsam mit unseren Geschäftspartnern ein zukunftsweisendes Konzept für die Umstellung von der Straße auf die Schiene entwickeln konnten. Dabei ist es gelungen, die Interessen unserer Kunden, wirtschaftliche Anforderungen und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Die enge Zusammenarbeit hat gezeigt, dass innovative Lösungen möglich sind, wenn alle an einem Strang ziehen und alle Partner frühzeitig eingebunden werden. Wir sind überzeugt, dass dieser Schritt nicht nur unsere Wettbewerbsfähigkeit stärkt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Unser Ziel ist es, multimodale Konzepte konsequent weiter auszubauen – gerne auch regional und ab dem Terminal Kreuztal,“ zeigt sich Fabian Bittkow, Leitung Logistik der Knauf Interfer Stahl Service Center GmbH aus Mudersbach/Sieg überzeugt von dem neuen Verkehrsangebot.
Foto (KSW)